Persönliches Gesundheits-Handbuch

Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe NRW hat mithilfe ihrer Mitgliedsverbände eine Orientierungshilfe für alle herausgebracht.

Menschen mit chronischen Erkrankungen oder einer Behinderung müssen häufig unterschiedliche Fachärzte aufsuchen. Bei der Vorbereitung auf künftige Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte kann nun das neue Handbuch der Selbstbestimmung helfen.

Es beinhaltet praktische Tipps für ambulante Versorgung, Krankenhaus und Reha, aber wichtiger noch ist der Teil des Handbuchs, bei dem die eigene Mitarbeit gefragt ist.

Zugegeben, das Ausfüllen der Tabellen zu Vorerkrankungen, Behandlungen, Medikamenten etc. ist erst einmal eine Fleißarbeit. In dem 81 Seiten starken Handbuch sind ca. 40 Tabellen auszufüllen, sosass man am Ende eine sehr gute Dokumentation der eigenen Gesundheitssituation vorliegen hat: einschließlich einer Checkliste für stationäre Aufenthalte, einer Medikamentenliste, individuellem Hilfebedarf, möglicher Ansprechpartner und vielem mehr.

Viele Tabellen sind als Kopiervorlage gedacht, beispielsweise die zur Vorbereitung auf ein Arztgespräch (Im 4. Kapitel zur ambulanten Behandlung). So kann man sich bereits vor dem Termin Gedanken machen, was man fragen möchte, diese notieren, und die Antworten des Arztes später direkt mit dokumentieren. Das ungute Gefühl, nach einem Arztgespräch die Hälfte der eigenen Fragen nicht gestellt und die Hälfte der Antworten nicht verstanden zu haben kennt vermutlich jede*r. Mit einer gründlichen Vorbereitung kann man dem entgegen wirken.

Das „Handbuch der Selbstbestimmung – Gesundheit“ steht auf der Seite der LAG unter http://www.lag-selbsthilfe-nrw.de/material/ bereit. Das Bestellen der gedruckten Ausgabe funktioniert derzeit anscheinend noch nicht, der Download als ausfüllbares PDF hingegen schon, sodass man schon einmal mit der Arbeit beginnen kann.

Nachtrag: Auch das Bestellen funktioniert, jedoch leider nicht über den Link. Hierzu muss man auf der Homepage der LAG Selbsthilfe NRW aus dem Menüpunkt Service den Punkt „Infomaterial“ auswählen und im Suchfeld den Begriff „Handbuch“ eingeben.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Schwangerschaft und Harnableitung

    Früher wurde Frauen mit Spina bifida empfohlen, eine Schwangerschaft aufgrund der anatomischen Veränderungen, die diese mit sich bringt, möglichst zu vermeiden. Inzwischen gibt es zum Glück gute medizinische Möglichkeiten, um auch Frauen mit Spina bifida den Kinderwunsch zu erfüllen.
    Was es hierbei zu beachten gibt, erläuterte Dr. Raimund Stein von der UMM in Vertretung seiner erkrankten Kollegin Dr. Nina Younsi.

  • |

    Folsäuresubstitution

    Dr. Anke Rißmann, Leiterin des Fehlbildungsmonitoring an der medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg und Sprecherin des Arbeitskreises Folsäure, referierte bei der ASBH-Fachtagung in Fulda über dieses wichtigen Thema.
    Die Bedeutung einer ausreichenden Versorgung mit Folat/Folsäure, um Neuralrohrdefekte zu verhindern, ist in der Forschung unumstritten. Dennoch sind die meisten Frauen im gebärfähigen Alter nur uzureichend mit diesem Vitamin versorgt.

  • | |

    Wirbelsäulen- und Schultermobilität bei Rollstuhlfahrer*innen

    Birgit Mahlmann, Physiotherapeutin in Hannover, sorgte mit ihrem Vortrag im wahrsten Sinne des Wortes für Bewegung beim Fachkongress. Wie jede*r inzwischen weiß ist Bewegung ein elementarer Bestandteil der Lebensqualität. Wem Bewegung fehlt – weil er oder sie einen Schreibtischjob hat, viel im Auto unterwegs ist oder eben im Rollstuhl sitzt – bei dem stellen sich…

  • |

    Genetik und Vererbung spinaler Dysraphien

    Spinale Dysraphien sind bereits aus der Frühgeschichte der Menschheit belegt. Skelettfunde aus einer Zeit zwischen 10.000 und 12.000 Jahren vor Christus zeigen Merkmale von Spina bifida, und die 4000 Jahre alte Mumie eines Säuglings mit Meningozele wurde in Ägypten gefunden.
    Weltweit sind Neuralrohrdefekte die zweithäufigste angeborene Fehlbildung.
    Aber wodurch werden sie ausgelöst, und sind diese auslösenden Faktoren erblich?
    Dr. Gabriel Dworschak, Oberarzt der Neuropädiatrie des Universitätsklinikums Bonn, berichtete hierzu im ersten Vortrag der diesjährigen Fachtagung im Themenblock „Schwangerschaft und Familienplanung bei Spina bifida“

  • |

    5. ASBH Kongress 2024

    Nach längerer Pause konnte in diesem Jahr endlich wieder eine Tagung für die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Spina bifida und Hydrocephalus sowie Interessierte aus der Selbsthilfe stattfinden. Im schönen Weimar gab es am 22. und 23. April 2024 geballtes Wissen rund um Spina bifida und Hydrocephalus. „Mit aktuellem Wissen bei der Bewältigung von Spina bifida Unterstützen…

  • |

    120°

    Die menschliche Schulter ist – so viel ist sicher – nicht für den Antrieb eines Rollstuhls vorgesehen. Nicht Druck- sondern Zugbelastungen sind ihre Spezialität: das Hangeln und Schwingen an Ästen und der Transport von Getränkekästen sind ihre Kernkompetenz und (zumindest der Hangel-Aspekt) in der Evolution begründet.

    Bericht zum Vortrag von Prof. Dr. Stephan Martin zum Thema „Die Schulter – der Motor des Rollstuhlfahrers“ auf dem ASBH-Kongress in Weimar, 20.03.2024

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert